Artikel zu "ASTRO-Teilchenphysik"
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  • Millennium Simulation
  • Midi & Maxi BHs
  • Licht der ersten Sterne entdeckt

  • K1 Was geschah beim Urknall?
  • K2 Wimps: Die Kraft der Schwächlinge
  • K3 A Unified, Merger-Driven Model for the Origin
  • K4 Sind Protonen- und Elektronenmasse variabel?
  • — :   
  • Literatur

ASTRO-Teilchenphysik

K1   Was geschah beim Urknall?

Kosmologie:
Im Europäischen Laboratorium für Teilchenphysik in Genf läuft die Massenfabrikation von Antimaterie an. Eine der wichtigsten Fragen der Urknall-Theorie soll beantwortet werden.

Genf - Europäische und japanische Wissenschaftler treffen in diesen Tagen die letzten Vorbereitungen für die weltweit erste Massenproduktion von Antimaterie. Die Forschungsergebnisse aus dem Europäischen Laboratorium für Teilchenphysik (Cern) könnten eine der fundamentalen Fragen über die Entstehung des Universums beantworten: Warum haben sich Materie und Antimaterie beim "Big Bang" vor Milliarden von Jahren nicht gegenseitig ausgelöscht?

Antiproton Decelerator
CERN
Antiproton Decelerator (AD): Antiwasserstoff wird hier auf ein Zehntel der Lichtgeschwindigkeit gebremst.
Wie konnte es sein, dass nach dem großen Knall noch Materie existierte, aus der ganze Galaxien entstanden? 130 Cern-Wissenschaftler wollen nun größere Mengen an Antiatomen produzieren, die in einem Laser-Experiment mit gewöhnlichen Atomen verglichen werden sollen. Die Physiker suchen nach der winzigen Asymmetrie zwischen Materie und Antimaterie. Denn sie könnte uns die Entstehung unseres Universums erklären. "Diesen Unterschied festzustellen, wäre unser absolutes Traumergebnis", meint Rolf Landua, in Genf für eines der drei Antimaterie-Experimente verantwortlich.

Als die Teilchenphysiker des Cern mit dem Antiprotonen-Ring "Lear" vor fünf Jahren zum ersten Mal Antiwasserstoffatome herstellten, war die Begeisterung groß. Doch auf die erste Euphorie folgte schnell Ernüchterung: Die Ausbeute war mit neun Antiwasserstoffatomen äußerst mager. Außerdem bewegte sich die Antimaterie annähernd mit Lichtgeschwindigkeit - und zerfiel so schnell, dass keine Zeit blieb, sie zu untersuchen.

Im Juli hat das Cern einen neuen Antiprotonen-Verzögerer (AD) in Betrieb genommen. Damit ließen sich die Teilchen in großer Menge herstellen und auf ein Zehntel der Lichtgeschwindigkeit verlangsamen. "Der AD liefert uns derzeit 10.000 Antiprotonen pro Schuss", erklärt Landua, zufrieden mit dem Ergebnis. "Später sollen es gar 100.000 Stück pro Minute sein."

In mehreren Schritten bremsen die Forscher die Antiprotonen auf eine Geschwindigkeit von 300 Meter pro Sekunde herunter. Damit sie zu vollständigen Antiatomen werden, fehlen den Teilchen dann nur noch Positronen - die Antiteilchen zu den Elektronen. Positronen sind zwar wesentlich leichter herzustellen als Antiprotonen, sie verschmelzen aber nur mittels eines sehr komplizierten Verfahrens mit ihnen.

Spätestens im November soll dieser heikle Teil des Experiments beginnen: Die Antiprotonen werden dabei in die Positronen-Wolke hineingeschossen. "Das ist wie bei einem Cocktail, den man umrührt, aber nicht schüttelt", erklärt Landua. Wenn alles gut geht, entsteht dabei eine große Zahl von "kalten" Antiwasserstoffatomen, die immerhin eine Sekunde lang existieren sollen. "Eine Untersuchungszeit von einer Sekunde wäre sehr gut", meint der Leiter des Experiments.

In dieser Sekunde werden von zwei Seiten Laserstrahlen auf die Antiatome gerichtet, um sie in einen angeregten Zustand zu bringen. Der Erfolg lässt sich daran erkennen, dass die einzelnen Antiatome beim Rückfall in den Grundzustand winzige Lichtteilchen aussenden.

Das gleiche Verfahren wollen die Cern-Physiker auch auf normale Wasserstoffatome anwenden. Sollten Materie und Antimaterie nicht auf die gleiche Laserfrequenz reagieren, wäre dies der langersehnte Beweis dafür, dass sie eben nicht völlig symmetrisch sind: Eine Erklärung dafür, warum unser Universum beim Urknall entstehen konnte.



K2   Wimps: Die Kraft der Schwächlinge

Dominik Elsässer and Karl Mannheim
Phys. Rev. Lett. 94, 171302 (2005) [astro-ph/0405235]
Supersymmetric Dark Matter and the Extragalactic Gamma Ray Background

[06. Juni 2005] Kosmologie:
Seit langem suchen Astrophysiker nach der Dunklen Materie. Die unsichtbare Rätselsubstanz hält das Weltall im Innersten zusammen. Jetzt haben Würzburger Forscher eine neue Spur gefunden. Ob sie recht behalten, könnte sich schon bald bei Experimenten tief unter der Erde erweisen.

*
NGC
Spiralgalaxie: Kosmischer Kitt bändigt die Fliehkräfte in den rasend schnell rotierenden Sterneninseln
Der Nachwuchsforscher rechnete mit keiner Überraschung. Für seine Diplomarbeit durchforstete er die Messdaten eines ausgemusterten Nasa-Satelliten. Mehrere erfahrene Astrophysiker hatten die Signale aus den intergalaktischen Weiten bereits ausgewertet. "Ich kaute auf einem abgenagten Knochen herum", sagt Dominik Elsässer, 24.

Und doch hatten alle vor ihm etwas übersehen.

In einer der Messkurven verbarg sich eine seltsame Beule, die mit den astrophysikalischen Modellen nur schwer erklärt werden konnte. Elsässer war elektrisiert. Immer wieder beriet er sich mit seinem Professor Karl Mannheim, der ihn auf diese Fährte gesetzt hatte.

Nach monatelangen Berechnungen sind sich die Himmelskundler von der Uni Würzburg jetzt sicher, auf eine Sensation gestoßen zu sein: auf eine Spur der Dunklen Materie - jener sagenhaften Schattensubstanz, die vermutlich das Rückgrat des ganzen Universums bildet.

Das renommierte Fachblatt "Physical Review Letters" hat die Arbeit von Elsässer und Mannheim soeben veröffentlicht. Bei den Kollegen sorgt der Artikel für Aufsehen. "Wir haben möglicherweise ins Schwarze getroffen und herausgefunden, was sich hinter der Dunklen Materie verbirgt", sagt Mannheim.

Wenn sich das bewahrheitet, haben die beiden Forscher eines der größten Mysterien der Kosmologie entschleiert. Schon seit vielen Jahren wird nach der unsichtbaren Rätselsubstanz gefahndet. Obwohl niemand sie bislang zu Gesicht bekommen hat, zweifelt kaum noch ein Himmelskundler daran, dass gewaltige Mengen davon zwischen den Sternen herumwabern.

Das wichtigste Indiz: Es gibt stabile Galaxien. Die Anziehungskraft der sichtbaren Materie allein wäre viel zu schwach, um die rasend schnell rotierenden Sterneninseln beisammenzuhalten. Folglich muss eine Art kosmischer Kitt die Fliehkräfte bändigen und dafür sorgen, dass etwa die rund 400 Milliarden Sonnen unserer heimatlichen Milchstraße nicht wie die Scheiben eines Diskuswerfers in alle Richtungen davonrasen.

Aufgrund neuerer Beobachtungsdaten sind die Kosmologen inzwischen davon überzeugt, dass über 80 Prozent der Materie im All aus dem mysteriösen Dunkelstoff besteht. Alle sichtbaren Sonnen, Gaswolken, Planeten und Kometen bilden nach dieser Vorstellung nur Schaumkronen auf den unsichtbaren Materiewogen des Kosmos.

Schon von Anfang an spielte die Dunkle Materie eine tragende Rolle auf der Himmelsbühne: Erst sie schuf überhaupt die Voraussetzung dafür, dass vor Jahrmilliarden Gaswolken zu Sternen und Galaxien verklumpen konnten - dazu fehlte der normalen Materie die nötige Anziehungskraft. "Ohne die Dunkle Materie", sagt Mannheim, "säßen wir heute nicht hier."

In den ersten 400.000 Jahren nach dem Urknall war das rasch expandierende Universum von extrem heißer Strahlung erfüllt. In einer solchen Welt hätte sich die normale Materie allein nie ausreichend verklumpen können, weil jede Zusammenballung sofort wieder glattgebügelt worden wäre. Neben der gewöhnlichen Materie, so folgern die Himmelsforscher, muss direkt nach dem Urknall also noch eine andere, extrem schwere Form entstanden sein, die den nur schwachen Trend zur Verklumpung kraftvoll verstärkte - eben die Dunkle Materie.

ASTROPHYSIK: KÜNSTLICHES UNIVERSUM
Aus der "Millennium-Simulation" des Virgo-Projektes am Max-Planck-Institut in Garching bei München (Volker Springel):
Zoom ins künstliche Universum - Blick aus großer Distanz in eine Zeit Milliarden Jahre vor der unseren ...
movie:

Vgl. die Simulation des Instituts für Theoretische Physik der Universität Zürich (Ben Moore)
Der Entstehung des Universums auf der Spur

Wie entscheidend diese verborgenen Schwerkraftzentren waren, zeigt eine Untersuchung, die vorige Woche im Magazin "Nature" veröffentlicht wurde. Am Computer simulierte Volker Springel vom Garchinger Max-Planck-Institut für Astrophysik, wie sich im frühen Universum erste Strukturen bildeten. Unter dem Einfluss der Dunklen Materie, so sein Befund, verschmolzen kleinere Gas- und Staubwolken zu größeren Gebilden, die schließlich erste Protogalaxien formten.

Doch was genau verbirgt sich dahinter? Viele Kandidaten sind in den vergangenen Jahren ausgeschieden. Als Favorit galten lange nichtleuchtende, aber große Himmelskörper, sogenannte Machos. Gemeint sind damit vor allem Schwarze Löcher, gewaltige Sternenschlucker, die bereits kurz nach dem Urknall entstanden sein müssten. Einige Forscher spekulierten, dass sie massenhaft durch die Milchstraße vagabundieren.

Aber es sind wohl weit weniger als gedacht. In einer Rasterfahndung untersuchten Astronomen das Licht weit entfernter Sterne. Sie hofften, Machos würden zuhauf als unsichtbare Stolpersteine im Weg liegen und das Sternenlicht verzerren. Das Ergebnis war enttäuschend: Nur wenige der schwarzen Riesen wurden auf diese Weise gefunden. Das reicht nicht, um zur fehlenden Masse im Universum nennenswert beizutragen.

Inzwischen gehen die meisten Forscher davon aus, dass die Dunkle Materie vor allem aus noch unentdeckten Elementarteilchen besteht: Nicht Riesen, sondern Zwerge halten offenbar das Weltall im Innersten zusammen.

"Irgendein Witzbold von der University of Chicago hat sie Wimps getauft, also zu Deutsch Schwächlinge, weil sie nach der Theorie so gut wie nie mit normaler Materie reagieren", erzählt Mannheim. "Nun zeigt sich: Die Schwächlinge sind viel stärker als die Machos."

Solange sie nicht zweifelsfrei nachgewiesen worden sind, bleiben die Wimps indes hypothetische Teilchen. Nach der Standardtheorie der Teilchenphysiker werden ihnen allerlei wundersame Eigenschaften zugeschrieben. Demnach sind die ominösen Wimps extrem schwer und träge - und lassen sich dennoch so gut wie nie einfangen. Ungehindert durchstreifen sie in Myriadenschwärmen das Weltall.

Und sie haben noch eine Eigenschaft, die sie von gewöhnlicher Materie unterscheidet: Wimps senden von sich aus niemals Strahlung aus und erscheinen deshalb vollkommen unsichtbar - und dennoch glauben die Würzburger Forscher, dass es ihnen gelungen sei, den geisterhaften Partikeln ihre Tarnkappe wegzuziehen.

Ausgangspunkt waren die Daten des "Compton Gamma Ray Observatory". Im Jahre 1991 hatte die Nasa den Satelliten mit dem sperrigen Namen in eine Umlaufbahn geschossen. Außerhalb der schützenden Erdatmosphäre konnte das Weltraumobservatorium jahrelang den Himmel nach ultraharter Gammastrahlung absuchen, die permanent aus den Tiefen des Alls gegen die Lufthülle prasselt.

Eine derart energiereiche Strahlung wird etwa bei der Zündung von Atombomben freigesetzt. Und auch das kosmische Dauerfeuer kündet von bombastischen Vorgängen. So vermochten Forscher viele der Lichtblitze auf explodierende Sonnen zurückzuführen, auf Sternenkadaver oder auch auf Schwarze Löcher, die beim Verschlingen von Planeten und Gasmassen mächtige Strahlungsrülpser aussenden.

Übrig blieb in den Satellitendaten jedoch eine aus allen Richtungen kommende, gleichmäßige Hintergrundstrahlung, die sich keinen bestimmten Himmelsobjekten zuordnen ließ. Den meisten Astrophysikern bereitet dies nur wenig Kopfzerbrechen. Das Gammarauschen stamme eben von so weit entfernten Sternen und Galaxien, so die Annahme, dass sich der Ursprung der Strahlungsquellen nicht mehr lokalisieren lasse. Doch Elsässer und Mannheim haben vorgerechnet, dass diese

Deutung nicht sehr plausibel ist - und präsentieren eine viel schlüssigere Erklärung für das Rauschen. Genau die beobachtete Art von Gammastrahlung, so zeigt ihre Analyse, wird bei der - äußerst seltenen - Vernichtung von Wimps freigesetzt.

"Alles passt wunderbar zusammen", sagt Elsässer. "Erstaunlich, dass nicht schon jemand anders darauf gekommen ist; aber auch Wissenschaftler sehen manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht."
An sich sind Wimps unsterblich, sie existieren bereits seit der Geburt des Universums. Gefährlich wird es für ein Wimp nur dann, wenn es mit einem Artgenossen zusammenstößt; bei einem solchen Billard im Mikrokosmos kann es passieren, dass sich die beiden Partikel gegenseitig zerstören. Durch den dabei abgestrahlten Lichtblitz werden die dunklen Materieteilchen - wenn auch indirekt - plötzlich doch sichtbar.

Aus den Daten des Nasa-Satelliten konnten die Würzburger Forscher sogar ableiten, dass die Wimps noch schwerer sind als von den meisten Theoretikern geschätzt. Jedes einzelne Phantomteilchen wiegt demnach doppelt so viel wie ein ganzes Goldatom - weit mehr als jedes andere bisher bekannte Elementarteilchen.

Das Universum ist voll von Wimps. Jeder Mensch wird in jeder Sekunde von 22 Millionen der ultraschweren Partikel durchquert. Ungehindert passieren sie sogar Berge und ganze Planeten. Elsässer: "Wir sind einem Dauerfeuer ausgesetzt - und merken nichts davon."

Was Laien wie Hexerei anmutet, ist für Physiker ein normaler Vorgang. Nur scheinbar bestehen Menschen, Tische oder Hochhäuser aus kompakter Materie. In Wahrheit enthalten auch feste Gegenstände vor allem eines: leeren Raum. Wenn man sich einen Atomkern auf die Ausmaße einer Erbse vergrößert vorstellt, kreisen die Elektronen in hundert Meter Entfernung herum - und dazwischen ist nichts.

Selbst in einer Betonmauer wäre demnach genügend Platz, um einfach hindurchzuschlüpfen. Warum können Menschen trotzdem nicht durch Wände gehen? Verhindert wird das nicht durch die massereichen Atomkerne, sondern durch die ultraleichten Elektronen. Weil diese negativ geladen sind, stoßen sich Atome gegenseitig ab.

Wimps hingegen haben keine Ladung, nur Masse - nichts hält sie auf.

Genauer gesagt: fast nichts. Durch den äußerst unwahrscheinlichen Zusammenstoß mit einem anderen Wimp lässt sich ein solches Geisterteilchen stoppen. Im Prinzip können die unsichtbaren Partikel aber auch dann aus ihrer Bahn geworfen werden, wenn sie mit voller Wucht gegen normale Atomkerne prallen. Nur passiert das extrem selten.

Um ein solches Rumpel-Ereignis zu beobachten, haben Forschergruppen überall auf der Welt hochsensible Detektoren aufgebaut. Trotz jahrelanger Fahndung ist ihnen bis heute noch nicht ein einziges Wimp ins Netz gegangen.

Vorzugsweise ermitteln die Teilchendetektive im Untergrund, denn dort sausen nicht so viele störende andere Partikel herum. Astrophysiker der TU München beispielsweise haben sich mit ihrer Spürmaschine "Cresst II" in einer Höhle unter dem italienischen Gran-Sasso-Gebirgsmassiv verschanzt.

*
Cresst
Messgerät im Gran-Sasso-Labor im gleichnamigen italienischen Gebirgsmassiv
Herzstück ihrer Anlage ist ein durchsichtiger Spezialkristall. Er wiegt nur 300 Gramm und hat die Größe einer Kinderhand. Kracht ein Wimp mit einem seiner Atome zusammen, wird der ultrareine Kristall in Schwingungen versetzt und erwärmt sich um ein millionstel Grad Celsius. Um eine so winzige Temperaturerhöhung registrieren zu können, muss die empfindliche Messapparatur bis nahe an den absoluten Nullpunkt heruntergekühlt werden.

"Unser größtes Problem sind die Verunreinigungen", erläutert der Astrophysiker Wolfgang Rau. "Überall um uns herum sind geringste Mengen radioaktiver Substanzen, deren Strahlung in dem Kristall ebenfalls eine Reaktion auslösen kann."

Die Münchner Wimp-Jäger liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit einem französischen und einem amerikanischen Team. Jede der drei Gruppen hat gute Chancen zu klären, ob es die Schattenteilchen tatsächlich gibt - und ob sie auch genau so beschaffen sind, wie es die Würzburger Astrophysiker meinen.

Unlängst mussten die Deutschen im Wettlauf einen Rückschlag hinnehmen. Bei einem anderen Experiment in dem Höhlenkomplex lief eine organische Flüssigkeit aus, sickerte ins Grundwasser und vergiftete angeblich in einem Gebirgsbach einen Fisch. Daraufhin musste das Abwassersystem zusätzlich abgedichtet werden. Und derzeit laufen gerade Umbauarbeiten, um die Messgenauigkeit von "Cresst II" noch weiter zu steigern. Spätestens im Herbst soll die Jagdsaison wieder beginnen.

"Wir werden alles versuchen, um die Dunkle Materie endlich einzufangen", kündigt Wimp-Fahnder Rau an. "Und es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn uns das nicht auch sehr bald gelingt."



K3   A Unified, Merger-Driven Model for the Origin

Authors: Philip F. Hopkins, Lars Hernquist, Thomas J. Cox, Tiziana Di Matteo, Brant Robertson, Volker Springel
Journal-ref: ApJS 163 (2006) 1 [astro-ph/0506398 ]
Title: A Unified, Merger-Driven Model for the Origin of Starbursts, Quasars, the Cosmic X-Ray Background, Supermassive Black Holes and Galaxy Spheroids
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Hopkins
FIG. — Time sequence of a merger simulation
Abstract: We present an evolutionary model for starbursts, quasars, and spheroidal galaxies in which mergers between gas-rich galaxies drive nuclear inflows of gas, producing intense starbursts and feeding the buried growth of supermassive black holes (BHs) until feedback expels gas and renders a briefly visible optical quasar. The quasar lifetime and obscuring column density depend on both the instantaneous and peak luminosity of the quasar, and we determine this dependence using a large set of simulations of galaxy mergers varying host galaxy properties, orbital geometry, and gas physics.
We use these fits to deconvolve observed quasar luminosity functions (LFs) and obtain the evolution of the formation rate of quasars with a certain peak luminosity, n(L_peak,z). Quasars spend extended periods of time at luminosities well below peak, and so n(L_peak) has a maximum corresponding to the 'break' in the observed LF, falling off at both brighter and fainter luminosities.
We obtain self-consistent fits to hard and soft X-ray and optical quasar LFs for a model in which n(L_peak) varies with redshift according to pure peak luminosity evolution. From n(L_peak) and our simulation results, we predict many observables, including: the column density distribution of both optical and X-ray samples, the LF of broad-line quasars in X-ray samples and the broad-line fraction as a function of luminosity, the low-z mass function of active BHs, the distribution of Eddington ratios at z~0-2, the z=0 mass function of relic BHs and total mass density of BHs, and the cosmic X-ray background.
In every case, our predictions agree well with observed estimates, and unlike previous modeling attempts, we are able to reproduce them without invoking any ad hoc assumptions about source properties or distributions.
 FIG. —  
Time sequence from one of our merger simulations (Vvir = 160km/s, initial gas fraction 20%). Brightness of individual pixels gives the logarithm of the projected stellar mass density, while color hue indicates the baryonic gas fraction, from 20% (blue) to 0% (red). At T = 1.03, 1.39 and 1.48 Gyr, when the black hole could be seen as an optical quasar, nuclear point sources are shown, providing a representation of the relative luminosities of stars and the quasar at these times.




K4   Sind Protonen- und Elektronenmasse variabel?

Naturkonstanten
[21. April 2006] Das Verhältnis von Protonen- zu Elektronenmasse gilt bislang als konstant. Niederländische Physiker wollen jetzt Hinweise dafür gefunden haben, dass sich der Quotient in den vergangenen zwölf Milliarden Jahren minimal verringert hat. Eine plausible Erklärung dafür haben sie nicht.
Konstanten heißen nicht nur zum Spaß Konstanten. Wenn sich herausstellt, dass sie variabel sind, dann kann die Welt der Physiker schon mal ins Wanken geraten. Genau das könnte jetzt passieren, wenn sich herausstellt, dass die Messungen und Berechnungen von Wim Ubachs stimmen. Der Forscher hat gemeinsam mit Kollegen von der Freien Universität Amsterdam mit hochpräzisen Messungen das Massenverhältnis von Protonen und Elektronen bestimmt.
*
CERN

Die Physiker glauben nun, dass sich der Massequotient dieser fundamentalen Atombausteine im Lauf der Entwicklung des Universums verändert hat. Die Ergebnisse ihrer Labormessungen verglichen die Forscher mit Werten von zwölf Milliarden Lichtjahren entfernen Galaxien.
Da das Licht von dort zwölf Milliarden Jahre bis zur Erde unterwegs war, spiegeln diese Messwerte das Massenverhältnis in der Frühzeit des Universums wider. Demnach hat sich das Verhältnis seither um 0,002 Prozent verändert - der Quotient müsste sich verkleinert haben. Dieses Resultat sei allerdings nur zu 99,7 Prozent sicher und damit noch kein Beweis, betonen die Physiker im Fachblatt "Physical Review Letters".
Ein Wasserstoffmolekül besteht aus einem Proton und einem Elektron. Wird es mit Licht bestrahlt, hängt die absorbierte Wellenlänge vom Massenverhältnis der beiden Elementarteilchen ab. Diesen Zusammenhang machte sich das Team von Ubachs für seine Messungen zu Nutze.
Ursache bislang unklar
Im Labor beleuchteten sie Wasserstoffmoleküle mit ultraviolettem Laserlicht und bestimmten aus der absorbierten Frequenz das gesuchte Massenverhältnis. Der Vergleichswert stammte aus zwölf Milliarden Lichtjahren entfernten Wasserstoffwolken, die von Neutronensternen beleuchtet werden. Bei der Untersuchung entdeckten die Forscher die Veränderung um 0,002 Prozent. Dass sich die Frequenz von Licht auf derart langen Strecken verändert, wurde bei der Messung berücksichtigt.
Mit den Ergebnissen ist eine weitere physikalische Konstante in den Verdacht geraten, doch nicht absolut konstant zu sein. In der Vergangenheit wurden bereits andere Konstanten verdächtigt, sich während der Zeit zu verändern. Schon 1937 vermutete der Physiker Paul Dirac, dass die Stärke der Gravitation nicht konstant ist. Gleiches gilt für die Feinstrukturkonstante.
Was eine solche Veränderung des Massenverhältnisses verursachen könnte, wissen die Physiker noch nicht. Dass die Protonen Masse verlieren, ist aber sehr unwahrscheinlich, erklärt Ubachs. Einige Theorien besagen, dass zusätzliche Dimensionen die Masse der Teilchen beeinflussen. Auch eine sich verlangsamende Lichtgeschwindigkeit könnte die Veränderung erklären.
"Wir wissen noch nicht, wie man das erklären könnte", sagte der Australier John Webb dem Online-Newsdienstder Zeitschrift "Nature". Der Physiker von der University of New South Wales in Sydney hat selbst Veränderungen bei der Feinstrukturkonstante und am Masseverhältnis Proton zu Elektron untersucht. Zweifel an den Messungen der niederländischen Forscher hat Webb keine: "Die haben das besser gearbeitet als alle anderen zuvor".
Eine Rettung für die Massenkonstante hält Ubachs nach wie vor für möglich: "Vielleicht hat sich der Quotient ja nur in der Frühzeit unseres Universums geändert".



Literatur zu ""
D. Elsässer, K. Mannheim 2005PRL 94, 171302 "Supersymmetric Dark Matter and the Extragalactic Gamma Ray Background "
Hopkins, Ph. et al.2006ApJS 163, 1 "A Unified, Merger-Driven Model for the Origin of Starbursts, Quasars..."




H. Heintzmann( Eintrag vom 10.9.2007)    —  Nr: *